Refraktiver Linsenaustausch (RLA)

Wenn auf Grund einer hohen Fehlsichtigkeit eine Femto-LASIK nicht in Frage kommt und/oder bereits eine Alterssichtigkeit vorliegt, dann ist ein refraktiver Linsenaustausch (RLA) oft die Methode der Wahl. Denn mit den modernen Multifokallinsen kann neben der Fehlsichtigkeit auch die Alterssichtigkeit korrigiert werden. Damit gehören teure Gleitsichtbrillen der Vergangenheit an. Der refraktive Linsenaustausch entspricht dem Ablauf der Katarakt-Operation.

Ebenso wie bei der Behandlung des Grauen Stars wird auch hierbei die natürliche Linse entfernt und eine künstliche Linse in den Kapselsack implantiert. Allein in Deutschland werden mehr als 600.000 Katarakt-Operationen jährlich durchgeführt. Auch bei uns ist dies ein Routineeingriff, den wir in unserem Operationszentrum in Landshut mehr als 100-mal pro Woche durchführen.

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Was ist Alterssichtigkeit (Presbyopie)?

In jungen Jahren ist das Auge ein Alleskönner. Egal, ob wir etwas in der Nähe oder auf weitere Entfernung anvisieren –das Auge stellt sich flexibel darauf ein und liefert scharfe Bilder, indem es die Linse entsprechend verformt und damit die Brechkraft verändert. Diesen Prozess nennt man Akkommodation. Etwa ab dem 45. Lebensjahr lässt die Fähigkeit, zu akkommodieren nach. Alterssichtigkeit tritt ein. Das Auge bildet Gegenstände in der Nähe nicht mehr scharf ab – eine Lesebrille wird notwendig. Alterssichtigkeit nimmt kontinuierlich zu, deshalb sind die meisten Menschen über kurz oder lang auch bei alltäglichen Tätigkeiten auf eine Brille angewiesen. Diese neue Brillenabhängigkeit trifft Menschen, die bisher keine Brille benötigt haben besonders hart.

Eignung

Ein refraktiver Linsenaustausch (RLA) ist geeignet bei

  • jeder Fehlsichtigkeit, auch in Verbindung mit Alterssichtigkeit.

Behandlungsablauf

Der Eingriff besteht aus zwei Schritten:

Phase 1

Die eigene, eventuell trübe Linse wird zerkleinert – die sogenannte Phakoemulsifikation:

Bei der Phakoemulsifikation wird ein nur millimeterkleiner Schnitt (Inzision) gemacht, anschließend wird die Linsenkapsel geöffnet. Der Linsenkern wird dann mittels Ultraschall zerkleinert und abgesaugt.

Phase 2

Einsetzen der Kunstlinse: Über den feinen Schnitt kann in den nun leeren Linsenkapselsack eine kleine, gefaltete Kunstlinse aus weichem Material eingeschoben werden.

Die Linse entfaltet sich sanft im Augeninneren, wo sie mit Hilfe von kleinen, elastischen Bügeln verankert wird. Der Schnitt ist nur 2,3 – 3mm lang und bei OP-Ende selbstdichtend – eine Naht ist daher in aller Regel nicht notwendig.

Linsenmodelle

Es gibt verschiedene Kunstlinsen von unterschiedlichen Herstellern. Welches Modell für Sie das Richtige ist, hängt neben den anatomischen und medizinischen Voraussetzungen auch von Ihren individuellen Lebens-, Berufs- und Freizeitgewohnheiten ab.

Die Multifokallinse ist sowohl für die Korrektur von Kurzsichtigkeit als auch von Weitsichtigkeit geeignet. Außerdem wird sie erfolgreich bei Alterssichtigkeit angewandt.

Die innovative Technologie der Multifokallinse ahmt die Akkommodation der natürlichen Linse durch eine neuartige Linsenoptik nach und ermöglicht somit den meisten Patienten, nach dem Eingriff ohne Brillenkorrektur in der Ferne und in der Nähe scharf zu sehen. Dies geschieht durch kreisförmige Stufen, die sich auf der Linsenoptik befinden.

Die torische Multifokallinse wird eingesetzt, wenn vor dem Eingriff eine Hornhautverkrümmung (Stabsichtigkeit/Astigmatismus) bei Ihnen vorliegt.